Bildformat
von Franz-Manfred Schüngel

Das normale Sichtfeld entspricht in etwa einem liegenden Oval. Bei dem ungleichen Seitenverhältnis des Kleinbildformats entspricht somit das Querformat den natürlichen Sehgewohnheiten. Es vermittelt Ruhe und Statik. Das Hochformat wirkt hingegen ungewohnter, dynamischer und dramatischer. Anstatt die Formatausrichtung stets der Form des Motivs anzupassen, ist es wirkungsvoller, diese Effekte miteinzubeziehen.

Das quadratische Bildformat von 6x6-Mittelformatkameras wirkt ausgewogen, harmonisch und langweilig. Die Bildgestaltung im Quadrat ist nicht ganz einfach, das Format wird daher selten genutzt, obwohl es sehr schöne Möglichkeiten bietet. Insbesondere Motive mit klarem geometrischem Aufbau bringt es gut zur Geltung.
 

Das Panoramaformat bietet extremere Seitenverhältnisse als 2:3 und dramatisiert dabei die Aussagen sowohl des Quer- wie auch des Hochformats. Spezielle Panoramakameras belichten sehr breite Bilder auf Kleinbild- oder Rollfilm.
 

Werden mehrere Bilder - möglichst mit konstanter Belichtung - nebeneinander aufgenommen, lassen sich diese auch zu einem qualitativ hochwertigen Panorama zusammenfügen. Besonders elegant geht das mit Bildern von einer Digitalkamera mit entsprechender Software, die jedoch auch gescannte Bilder zusammenfügen kann.
 

Panorama-Einwegkameras, Einlegemasken für Spiegelreflexkameras und das Panoramaformat bei APS taugen weniger, da sie schlichtweg das Negativ beschneiden, was zu einer schlechteren Ausnutzung der Fläche führt. Man erreicht den gleichen Effekt, wenn man den fertigen Abzug beschneidet. Viel zu viele Abzüge werden so belassen, wie sie sind, obwohl ein Foto so lange schlecht ist, wie man noch etwas abschneiden kann. Das Beschneiden eines Fotos hat gegenüber einer Einlegemaske noch einen weiteren Vorteil: Man ist nicht auf die Bildmitte angewiesen, sondern kann auch die obere oder die untere Bildhälfte abschneiden. So ist es möglich, die Kamera waagerecht auszurichten, auch wenn leicht nach oben oder unten fotografiert werden soll. Stürzende Linien werden so vermieden.


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(c) 1999 by Franz-Manfred Schüngel